Digitale Sichtbarkeit hindernissfreier Bauwerke
Sichtbarkeit hindernisfreier Infrastruktur zu verbessern und damit einen konkreten Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Handycap zu leisten
Die Schweiz investiert jährlich erhebliche Mittel in die Ertüchtigung und Neuerstellung hindernisfreier Bauwerke. Obwohl entsprechende Massnahmen bei Bauprojekten geplant, umgesetzt und im Rahmen der Bauabnahme geprüft werden, gehen die dabei gewonnenen Informationen meist verloren: Sie werden weder zentral erfasst noch öffentlich zugänglich gemacht und verbleiben häufig in Bauakten oder Gemeindearchiven.
Für Menschen mit Behinderungen bedeutet dies, dass vorhandene hindernisfreie Infrastruktur im Alltag oft nicht sichtbar oder auffindbar ist. Ein Teil der gesellschaftlichen Wirkung dieser Investitionen verpufft dadurch.
Zwar existieren Plattformen zur Sichtbarmachung hindernisfreier Einrichtungen, etwa von Procap Schweiz und Pro Infirmis. Eine der führenden Plattformen ist Ginto. Aufgrund fehlender automatisierter Mechanismen werden die Daten jedoch nur unregelmässig aktualisiert.
Dabei wäre die Erfassung vergleichsweise einfach: Über eine App lassen sich Informationen zu einem Bauwerk in kurzer Zeit dokumentieren. Dennoch existieren bislang kaum systematische Prozesse, um diese Daten zu erfassen und zugänglich zu machen.
Grundsätzlich bestehen zwei Hebel zur Verbesserung der Datenlage: eine passive Datenerfassung über den Bauabnahmeprozess sowie eine aktive Datenerfassung durch nachträgliche Dokumentation vor Ort. Im Rahmen dieser Challenge konzentriere ich mich auf die aktive Datenerfassung.
Mein Projekt verfolgt zwei Ansätze: Erstens soll ein Ginto-Mapathon durchgeführt werden, bei dem hindernisfreie Bauwerke in und rund um Altdorf gemeinsam erfasst und auf der Plattform dokumentiert werden. Zweitens soll untersucht werden, wie entsprechende Informationen künftig teilweise automatisiert gewonnen werden können, etwa durch die Auswertung bestehender Bau- und Abnahmedaten.
Ziel ist es, die Sichtbarkeit hindernisfreier Infrastruktur zu verbessern und damit einen konkreten Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Handycap zu leisten.
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